The history of MSF

MSF versucht seit vielen Jahren regionale Soundsystem Kultur aufzubauen und zu fördern. Zum einem durch Veranstaltungen mit dem eigenen Soundsystem, zum anderen durch Unterstützung von anderer Künstlern und Soundsystemen. In Zeiten digitaler Audioformate fällt es zunehmend schwer sich mit einer beinahe antiken Idee eines mobilen Soundsystems zu etablieren. Für uns bedeutet Soundsystem nicht nur Musik zu präsentieren, sondern vor allem mit einer eigener Anlage und charakteristischem MSF Sound Veranstaltungen unabhängig von A bis Z zu planen und durchzuführen. Der Spaß an der Sache und die Liebe zur Musik stehen dabei für alle Beteiligten an erster Stelle, denn ohne das gewisse Herzblut wäre die schweißtreibende Arbeit wie Verstärker und Boxen schleppen, dekorieren und das Auf- und Abbauen der Partys nicht möglich. Die Einnahmen der Veranstaltungen, sofern überhaupt etwas übrig bleibt, gehen nicht an die Aktivisten, sondern fließen direkt in die Anlage und Dekoration. Unser Hauptanliegen ist es den Freunden und Gästen einen unvergesslichen Abend, mit kunstvollem Ambiente, druckvollem Sound und Musik, weit weg vom Einheitsbrei zu bieten.

Die MädchenSchulFraktion ist eigentlich 1998 in der Mädchenschule (einem Zivi- Wohnheim im kleinen Nordkirchen) entstanden und stellte damals nichts weiter dar als einen Freundeskreis (aus Punks, Raggamuffins, HipHops und anderen Freaks ), der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, durch gute Parties und Freidenker-Propaganda die Weltherrschaft an sich zu reißen. Was MSF für uns zu etwas Besonderem gemacht hat, war die für die meisten bislang unbekannte Art des Zusammenhalts so verschiedener Leute, die sich trotz größter Unterschiede und verschiedensten Lebensgeschichten gut verstanden haben und die mindestens einen Gedanken teilten und noch immer teilen: Die Liebe zur Freiheit und zur Musik!!…

…1999 wurde die Mädchenschule dann durch die Kinderheilstätte Nordkirchen (unter der Leitung von Josef Baumann) dicht gemacht und die Zivis wurden in das Persoheim zwangsverlegt. Nach einer kurzen Depri-Phase hat sich dann die ganze MädchenSchulFraktion (mit ein paar winzigen Ausnahmen) reformiert. Es sind während den Jahren aber viele Weggefährten hinzugestoßen und auch einige ihren eigenen Weg gegangen. Somit wurde aus der Mädchen Schul Fraktion – Meine Sound Familie denn MSF war und ist nicht nur ein Reggae Soundsystem oder das MSF. Allelement HipHop Projekt, sondern eine Family … es ist eine Lebenseinstellung und vor allem eine Liebe!!!…

…MSF. steht auch für Openair Piraten Parties. Ab 2000 fanden mehrere spontane Parties am Skatepark Nordkirchen statt. Von 2001 bis 2005 legte MSF jedes Jahr am 1.Mai am Cappenberger See auf. Mit dabei waren Chalwa Sound 2003 und Kunterbunt Soundsystem 2004 und 05. Es treffen sich an diesem Tag über 1000 Junge und Alte an einem Platz im Wald um lautstark in den Mai zu feiern. Mehrere Soundsysteme, die meisten auf gezogenen Maiwagen, beschallen die Wiese und es gibt kleine Konzerte von Bands. Die Anwohner und das Ordnungsamt versuchen seit 2005 dieses Minifestival zu unterbinden was dazu führte, dass seit 2006 alles was Lärm macht vom Ordnungsamt und der Polizei abtransportiert wird. …

…Nach einigen HipHop und Reggae Parties im Hügelhaus in der Nähe von Olfen, entstand ab 2002 ein neues Reggae Party Projekt von MSF. mit dem Ziel Reggae Parties in verschiedenen Locations in der Umgebung zu organisieren. In Lünen und Umgebung fanden mehrere Parties statt, z.B. acht Attack On Babylon Parties und noch verschiedene andere Veranstaltungen. Am 19. Dezember 2002 startete das Early Evening Skank Projekt (an jedem 3.Donnerstag im Monat) mit MSF. Soundsystem und Chalwa Sound im Triptychon in Münster, das bis Januar 2008 lief. Das Ziel war Roots, Reggae und Dub zurück in die Dancehall zu bringen. 2003 startete MSF ein neues Projekt und nannte sich in MSF Pirate Sound System um. Das Ziel dieses Projekts war und ist es autonom organisierte Piraten-Parties in Münster und Umgebung zu veranstalten. Der erste Pirate Skank fand in der Baracke in Münster statt. Die Baracke wurde für den Skank aufwändig umgebaut, schallisoliert und mit einer Lüftung ausgerüstet. Der ganze Raum wurde in eine Pirateninsel verwandelt und es gab Früchte und Cocktails. Das MSF Soundsystem wurde grün gestrichen und mit gelben Sternen versehen. Trotz des großen Erfolgs der Pirate Skank Parties, musste MSF die Serie in der Baracke bald abbrechen, da die Baracke Probleme mit ihren Nachbarn hatte und keine weiteren Parties und Konzerte durchführen konnte. …

…Auch die Idee Parties auf dem Land zu organisieren gab MSF. nicht auf und schaffte es mit großen Mühen am 30. Januar 2004 in Lüdinghausen die erste MSF. Reggae Party im Jugendzentrum EXIL durchzuboxen. Der Pirate Skank in Lüdinghausen war ein voller Erfolg und das Jugendzentrum war wie zu seinen Besten Zeiten voll von Jungen Leuten aus Lüdinghausen und Umgebung. Ohne ersichtlichen Grund blieb dies jedoch die einzige MSF. Party in Lüdinghausen und das EXIL blockte jeden weiteren Versuch von MSF. die Jugendkultur in Lüdinghausen durch Ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen ab. …

…Ab 2003 versuchte MSF in mehreren Städten aktiv zu werden. Parties wurden in Münster, Dortmund, Bochum, Herford und in Berlin organisiert. Außerdem spielte MSF weiter openair auf spontanen Parties oder in Münster unter einer Brücke am Kanal und auch auf verschiedenen kleinen Festivals wie Outadoor, Cucumelo, IgelRock und im Komplex in Schüttorf. …

…Im März 2006 veranstaltete MSF die erste Dub Odyssey im Triptychon am Hawerkamp. Die angestrebte Partyreihe sollte ganz im Zeichen des Dub stehen. Um sich vom derzeitigen Überangebot an Reggaeparties in Münster abzuheben wurde der Reggae ein wenig in den Hintergrund gestellt und das Augenmerk zunehmend auf andere, vor allem elektronischere Dub-Sounds gelegt. Neben einem Dance mit dem Kunterbunt Soundsystem, bei dem beide Anlagen fusioniert wurden, waren ein Dubstep-Spezial mit dem Tundisa Dub Movement und ein Goa-Spezial, mit Bröß aka Orko die Höhepunkte. Bei diesem Event trat auch erstmalig das aus MSF entstandene Elektroprojekt namens Hool Homer, bestehend aus Schebby und Schober, mit seinem fast schon legendären Liveset in Erscheinung. Markenzeichen der Party war das ständig wechselnde Raumkonzept. In akribischer Kleinarbeit wurde die Anlage jedes mal neu in die Location integriert. Durch den von Grobian hergestellten Kontakt zur Villa Nachttanz in Heidelberg konnte das Dub Odyssey-Konzept sogar zweimal exportiert werden. Unterstützt von Roots Plague, Grenzfrequenz (Bröß und Stefan) und Hool Homer wurde ein Teil der Anlage in die Villa verfrachtet um dort eine Nacht lang zwei Floors mit Roots, Dub, Dubstep, Drum´N´Bass und Psy Trance zu beschallen. …

…Im Juni 2008 wurde die unregelmäßig stattfindende Partyreihe dann durch ein völlig neues Konzept abgelöst. Zusammen mit dem Roots Plague Sound, der im vergangenen Jahr eine Partyreihe in der Baracke auf die Beine gestellt hatte, bot sich die Möglichkeit ein neues Projekt im Skaters Palace von Titus zu verwirklichen. Angeregt von Melchoir, der einen Großteil der organisatorischen Arbeit übernahm, fand eine Opener-Party unter dem Namen Basswerk statt, bei der MSF und Roots Plague zu gleichen Teilen beitrugen. Da Roots Plague mittlerweile auch mit eigenem Equipement unterwegs ist, wurde eine gigantische Boxenwand aufgebaut. Aufgrund einer Namensüberschneidung mit einem Kölner Drum´N´Bass Label wurde die Party in Tiefton umbenannt. In Zukunft werden die Veranstaltungen abwechselnd von MSF und Roots Plague beschallt, um den unterschiedlichen Musikstilen mehr Raum zu bieten. …

Die Zusammenarbeit in der Tiefton Gruppe mit Melchior führte zu einem produktiven Austausch der beiden münsteraner Soundsysteme. Im Spätsommer 2009 ging Tiefton mit zwei neuen Konzepten für die Palace Parties an den Start. “Digital Dub Disco”(MSF Soundsystem) und “Basstelstunde”(Roots Plague Soundsystem).
Seit dem findet die “Digital Dub Disco” zwei mal im Jahr statt.

Ein weiters Projekt der Tiefton Gruppe ist das jährlich stattfindende “Big Rig Soundsystem Festival”. 2010 wurde das erste “Big Rig” in der Sputnikhalle mit drei kompletten Soundsystemen (MSF, Kunterbunt, Roots Plague) durchgeführt. Weitere Highlights waren ein zweiter Floor von “Urban Undergound & Friends” und ein Außenfloor.

…Das MSF Pirate Soundsystem war und ist keine feste Gruppe. Das Projekt besteht viel mehr aus einem sich immer wieder wechselnden harten Kern von aktiven Organisatoren und einem großen unterstützenden Freundeskreis ohne den die Veranstaltungen nie durchzuführen wären. Auch die Selectors von MSF wechselten immer wieder. Über die Jahre legten: Grobian, Janta, Sir Daniel, Timbo, Dj Ill, Orko Schober, Der Peh und Martn, bei MSF Parties auf. Oft zu Gast waren Sänger wie Ubuntu Son, Goldie, in den Anfängen Patto MC und Mighty V und später Jah Stef und Gorilla MC vom .

…Grüße und Dank an alle die MSF in den letzten Jahren unterstützt haben. Auch wenn die Familie mehrmals auseinander gebrochen ist und wir verschieden Wege gegangen sind, habe wir doch einen schönen Teil unseres Lebens zusammen verbracht und die Ehre gehabt mit Parties und Musik uns selbst und viele andere glücklich zu machen. Vielen Dank an all die treuen Gäste die uns über die Jahre begleitet haben.

- ONE LOVE -



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